Tizian und die Frauen
Tizian und die Frauen
Tizian und die Frauen
Tizian und die Frauen
KHM Wien

Im Herbst 2021 wird die Ausstellung Tizian und die Frauen eröffnet. Anhand von rund 60 Gemälden aus internationalen Sammlungen soll auf die Darstellung der Frau im Œuvre Tizians (Pieve di Cadore, um 1488‒1576 Venedig) und seiner Zeitgenossen Jacopo Tintoretto, Paolo Veronese, Paris Bordone und Lorenzo Lotto hingewiesen werden.

Die Prominenz der Frau in der Malerei Venedigs im 16. Jahrhundert hat vielerlei Ursachen, etwa die politisch-soziale Struktur der Serenissima, die der Frau bezüglich der Mitgift und des Erbes eigene Rechte zugestand, oder das kulturell aufgeschlossene und internationale Klima der Stadt: Einflussreiche Verlage zogen namhafte Poeten und Humanisten an – darunter Pietro Bembo, Sperone Speroni und Ludovico Dolce ‒, die in ihren Schriften der Frau und der Liebe besondere Aufmerksamkeit schenkten. Den entscheidenden Anstoß in der visuellen Umsetzung gab Tizian, der bedeutendste Maler, den die Stadtrepublik je hervorbrachte. Seine neuartigen Schöpfungen wurden wegweisend für die europäische Malerei der nachfolgenden Jahrhunderte.

Ziel der Ausstellung ist es dabei, den Facettenreichtum des Themas zu zeigen und die unterschiedlichen Gesten, Blicke und Attribute genauer ins Auge zu fassen und richtig zu deuten. Vom konkreten Porträt zu idealisierten, von der Poesie inspirierten Abwandlungen ist das Thema der Liebe und des Begehrens in historischen, mythologischen und allegorischen Darstellungen in Szene gesetzt. Bei den realen und idealen Porträts werden auch Mode, Haartracht und kostbare Schöpfungen der Goldschmiedekunst der Zeit analysiert. Die umfangreiche zeitgenössische Traktatliteratur und Liebeslyrik bieten dabei auch eine solide Grundlage, solche einzigartigen Darstellungen der Frauen neu zu lesen. Die Ausstellung wird von Sylvia Ferino-Pagden kuratiert.

Die Hardegg Fundraising unterstützt das Kunsthistorische Museum bei diesem Ausstellungsprojekt im Bereich Fundraising.